Die 38 cm Kanonen

Die Kanonen der Batterie ”Hanstholm II” hatten die Bezeichnung 38 cm S.K.C/34. Es handelte sich um moderne Geschütze, die für die deutschen Schlachtschiffe der "Bismarck"-Klasse konstruiert worden waren 

 

Fertigmontierter Geschützturm, Hanstholm, Sommer 1941. Der schwere Portalkran, der bis zu 150 t
heben konnte, steht noch über dem Turm. (Marineschule Mürwik) 

Die Kanonen wurden von der Firma Krupp, Essen, produziert. Die Kanonen in Hanstholm hatten die Seriennummern 70, 71, 74 und 75.  

Innere eines Geschützturms, 1945.

 

Längsschnitt eines 38 cm-Geschützturms in der Kesselbettung.

Jedes Geschützrohr war fast 20 Meter lang und wog 110 Tonnen. Die Kanonen wurden ohne Schiffsgeschütztürme geliefert, weshalb sie in sogenannten Bettungschiessgerüsten (“Bettungschiessgerüst C/39”) aufgestellt wurden, die sowohl einfacher als auch billiger als Schiffstürme waren. Das Bettungsschiessgerüst war im Prinzip ein großer, gepanzerter Kasten, in dem der hintere Teil der Kanone mit Bodenstück und Ladeeinrichtung angebracht wurde. Jedes Bettungsschießgerüst wog 540 Tonnen.

Modelljahr: 1934
Rohrgewicht: 110.000 kg
Gewicht der Kanone in Stellung: 650.000 kg
Rohrlänge: 19,6 m
Höchstschussweite: 55.000 / 42.000 m.
Granatgewicht: 495 / 800 kg
Mündungsgeschwindigkeit: 820 / 1.050 m/s
Schussfolge: 1 Schuss pro 1 ½ Minute

Das Geschützturm und Kesselbettung war mit Tarnnetze gedeckt.

Das Geschützturm vom Kesselbettung gesehen

Man ser tydelig sløringsparaplyens jernrørskonstruktion, som spænder sløringsnettene ud.    

Im Gegensatz zu den Geschütztürmen auf Schiffen, füllte ein Bettungschiessgerüst nicht die ganze Kesselbettung aus. Die großen Kesselbettungen waren daher sehr schlecht gegen Bombardements – insbesondere aus der Luft – geschützt. Außerdem war die Panzerung des Geschützturmes nur 5 cm dick, so dass das Geschütz und die Bedienungsmannschaft nur gegen kleinere Granaten und Splitter geschützt waren. Schiffstürme für Geschütze desselben Typs hatten eine Panzerung von bis zu 36 cm.

Seiten- und Höhenrichtung der Geschütze wurde mit Hilfe eines Elektromotors ausgeführt – notfalls auch per Handkraft. Geladen wurde von Hand mit einem 10,5 m langen Ansetzerstock, wozu 12 kräftige Männer benötigt wurden

 
Probeschüsse aus einer der 38 cm-Kanonen bei Hansted, 1941. (Bangsbo Museum & Arkiv)   

Nach den Probeschüsse wurde das Rohr der 38 cm-Kanone gereinigt.
Diese Arbet wurde von Hand durchgeführt und war sehr anstrengend.

Die Standardgranaten wogen 800 kg und hatten eine Reichweite von 42 km. Um eine maximal Reichweite von 55 km zu erhalten, mußten leichtere Granaten von 495 kg verwendet werden. Auf die größte Entfernung betrug die Flugzeit der Granaten gut zwei Minuten. Die Geschütze konnten alle 80 Sekunden einen Schuß abgeben.

Häufig wurden für Übungen kleinere Übungsrohre verwendet, die in die großen Geschützrohre eingesetzt wurden und mit 12,7 cm-Granaten feuerten. Der Zweck dieser Maßnahme war die Schonung der teuren Geschützrohren, die ja bei jedem Shuss abgenutzt wurden. Die inwendige Fütterung (Seelenrohr) der Geschützrohre mußte nach ca. 286 Schüssen ausgewechselt werden.

Einer der 38 cm-Geschütztürme bei Hanstholm während der Demontage im Jahr 1951.
Die Panzerplatten des Turms sind entfernt, und nun soll die Kanone zerteilt werden. (Tøjhusmuseet)

Die 38 cm Kanonen blieben in Stellung bis 1951-52. Dann wurden sie verschrottet wurden und das Metall eingeschmolzen.